Ratgeber · Juli 2026

Schallemissionsprüfung statt Wasserdruckprüfung?

Prüfen ohne Wasser: Die Schallemissionsprüfung spart Trocknungszeit und schützt die Gasqualität. So funktioniert sie — und hier liegen ihre Grenzen.

Die Kurzantwort

Die Schallemissionsprüfung (AT) ersetzt für viele Behälterarten die klassische Wasserdruckprüfung: Der Behälter wird unter Druckbeaufschlagung mit hochempfindlichen Sensoren „abgehört“ — wachsende Fehlstellen verraten sich durch charakteristische Schallsignale. Der Praxisvorteil: kein Wasser im Behälter, keine Trocknungszeit, kein Kontaminationsrisiko, kürzere Standzeiten.

So funktioniert das Verfahren

  1. Sensoren werden an definierten Punkten des Behälters angebracht
  2. Der Behälter wird kontrolliert mit Druck beaufschlagt (i. d. R. gasförmig)
  3. Aktive Fehlstellen — z. B. wachsende Risse — emittieren Körperschall
  4. Die Software ortet die Quellen und bewertet sie nach zugelassenen Kriterien
  5. Ergebnis: dokumentierte Freigabe oder gezielte Nachuntersuchung der auffälligen Zone

Wasserdruck vs. Schallemission

KriteriumWasserdruckprüfungSchallemissionsprüfung
MediumWasser (Befüllung/Entleerung)Gas — Behälter bleibt trocken
Trocknungszeiterforderlichentfällt
Kontaminationsrisikovorhanden (kritisch bei O₂, H₂, Spezialgasen)keines
AussageFestigkeitsnachweisZustandsbewertung + Ortung aktiver Fehlstellen
Standzeit je Behälterlängerdeutlich kürzer

Wo die Grenzen liegen

Die Schallemissionsprüfung ist nicht für jede Bauart und jeden Prüfanlass zugelassen; maßgeblich sind Regelwerk und Baumuster. Seriös ist deshalb nur die Einzelfallbewertung: Wir prüfen, ob Ihre Flotte AT-fähig ist — und rechnen den Standzeit- und Kostenvorteil konkret vor.

Häufige Fragen

Ist die Schallemissionsprüfung genauso sicher wie die Wasserdruckprüfung?

Ja — für zugelassene Anwendungsfälle ist sie sicherheitstechnisch gleichwertig anerkannt und liefert zusätzlich eine Ortung aktiver Fehlstellen, die die Druckprüfung nicht bietet.

Für welche Behälter lohnt sich AT besonders?

Für Flotten mit hohem Durchsatz (Standzeitgewinn), für Gase mit strengen Feuchteanforderungen (O₂, H₂, Spezialgase) und für Composite-Behälter, bei denen ZfP ohnehin Standard ist.

Bietet CyTec die Schallemissionsprüfung an?

Ja, im Rahmen unserer NDT-Kompetenz. Unsere Prüfabteilung bewertet Ihre Flotte und integriert AT-Prüfungen in Ihre Umlaufplanung.

Ihr Projekt. Unser Druck.

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